Surrealismus


"Ich glaube an die künftige Lösung der beiden äußerlich so widersprüchlichen Zustände - Traum und Wirklichkeit - in einer Art von absoluter Wirklichkeit, der Surrealität". Dieser Satz des französischen Dichters André Breton im ersten "Manifest des Surrealismus" von 1924 zeigt, dass der Kunststil des Surrealismus zunächst eine neue Weltanschauung ist. In diesem Stil konnten Künstler unbewusste und traumhafte Erlebnisse verarbeiten und in Beziehung zur Wirklichkeit stellen. Dabei gab es keine Einheit der Werke im stilistischen und thematischen Sinne. Es entwickelten sich zwei Richtungen: der absolute Surrealismus, dessen Wegbereiter der Kubismus und ungegenständliche Malerei waren, und der veristische Surrealismus, nach dem Vorbild der Pittura Metafisica von Giorgio de Chirico.

absolute Surrealismus


Zeit etwa von 1920 bis 1940 Karneval der Harlekins, Joan Miró, absolute Surrealismus
Merkmale Hier äußern sich die "Entdeckungsfahrten ins Unbewußte" durch die Gestaltungsmittel:
  • verzichtet auf jede Benutzung realer Gegenstände
  • abstrakte Zeichen, die an Hieroglyphen erinnern
  • klare Farbgebung
  • kräftige Farben
  • geometrische, aber auch biomorphe Formen
  • skurrile Figurationen (archaische Zeichen)
 
Motive Durch den Ausdruck des Unbewussten sind keine Motive direkt zu nennen. Sie erinnern oft an Kinderzeichnungen.  
Vertreter Juan Miró, Yves Tanguy, André Masson  

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veristische Surrealismus

Zeit etwa von 1920 bis 1940 Die Versuchung des heiligen Antonius, Salvodor Dali, veristische Surrealismus
Merkmale Der veristische Surrealismus wird auch als gegenständliche Richtung bezeichnet.
  • realistische Farbgebung
  • kräftige Farbgebung
  • realistische Formgebung
  • sehr tiefer Bildraum
  • detaillierte Formgebung
  • sehr naturnah
  • Überlängerung der Proportionen (bei Dali)
  • Überschärfe und eine hohe Detailgenauigkeit (bei Dali)
  • traumhafte Wirkung und Motive
  • Zusammenstellung von wesensfremden Elementen
 
Motive Traumhafte und wesensfremde Elemente, die zu einer Bildeinheit verschmelzen.  
Vertreter René Magritte, Salvador Dali, Max Ernst, Paul Delvaux, Marc Zimmermann
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