Kubismus


Der Ursprung dieser Kunstrichtunng liegt in Frankreich. Den Begriff prägte 1908 der Kritiker Louis Vuaxcelles (französisch: cubisme, von cube "Würfel"). Der Kubismus basiert auf den Gestaltungsprinzipien Paul Cézannes, der die Darstellung der Natur auf stereometrische, geometrische Grundformen zurückführte. Mit dem Gemälde "Les Demoiselles d'Avignon" (1907) schuf Pablo Picasso die Grundlage der kubistischen Bewegung. Der Kubismus stellt einen Bruch mit den bisherigen ästhetischen Vorstellungen dar. Es wurde insbesondere versucht, die Ausdruckskraft der Bilder zu erhöhen. In den folgenden Jahren entwickelten Pablo Picasso und Georges Braque zunächst die Methodik des analytischen Kubismus. Um 1912 setzte dann die Phase des synthetischen Kubismus ein.

Analytischer Kubismus


Zeit: etwa von 1910 bis 1912 Ambroise Vollard, Pablo Picasso, analytischer Kubismus
Ambroise Vollard,
Pablo Picasso
Merkmale:
  • Gegenstände werden dargestellt, wie sie der Künstler durch Begreifen (bzw. Analysieren) erfährt
  • beruht auf der Zerlegung des Gegenstandes und anschließender "Neukonstruktion"
  • Farbskala ist auf Grau-, Ocker- und Blautöne reduziert,
  • oft grobe Pinselspuren (Pinselduktus)
  • einheitliche, geschlossene Formen gehen verloren (Konturen werden aufgebrochen)
  • hoher Abstraktionsgrad
  • Simultandarstellung (Gegenstand wird aus ein oder mehreren wesentlichen Ansichten dargestellt, die perspektivisch nicht miteinander vereinbar sind)
  • oft wurden auch Zahlen, Worte usw. eingefügt (typografisch)
Motive: Musikinstrumente, Gläser, Krüge, Obst, Pfeifen
Vertreter: George Braques, Pablo Picasso, Juan Gris, Fernand Leger

nach oben
zurück zur Übersicht



Synthetischer Kubismus


Zeit: etwa von 1912 bis 1914 Stilleben mit Gitarre, Juan Gris, synthetischer Kubismus
Stilleben mit Gitarre,
Juan Gris
Merkmale:
  • kehrt das Verfahren (des analytischen Kubismus) um und fügt geometrische Figuren zu einem Motiv zusammen, vorwiegend geometrische Formen
  • Konturen sind ruhiger und kontinuierlicher als beim analytischen Kubismus
  • Die Formen sind deutlicher zu erkennen, auch runde Formen werden zugelassen
  • die Farbskala hellt sich auf, bunter kräftiger
  • Simultanität, wobei Perspektiven oft verzerrt werden
  • typisch ist auch das Einfügen von "Realitätselementen" um den Bildern mehr Authentizität zu verleihen (papiers collès bzw. Collagetechnik)
Motive: z.B. Musikinstrumente, häufig Stillleben, Obst
Vertreter: Pablo Picasso, Georges Braques, Henri Laurens, Robert Delaunay, Fernand Leger

nach oben
zurück zur Übersicht