Expressionismus


Dieser Begriff bezeichnet zunächst ganz allgemein den Charakter von Bildern (bzw. Plastiken), die besonders ausdrucksstark, expressiv sind. Die Grundidee des Expressionismus war, dass die Aufgabe der Kunst nicht darin bestehe, Sinnesdaten wiederzugeben, sondern vielmehr Gefühle und Gedanken auszudrücken.
Den Kern der deutschen Expressionistenbewegung bildeten zwei Gruppen: Die 1905 in Dresden gegründete Künstlergemeinschaft "
Die Brücke" und der 1911 in München gegründete, Künstlerbund "Blaue Reiter".


Blauer Reiter


Der Name dieser Kunstrichtung wurde von dem gleichnahmigem Kunstwerk Wassily Kandinskys abgeleitet, es handelte sich um eine lose Vereinigung von Künstlern ohne ein festes Programm und ohne organisierte Mitgliedschaft. Dahinter stand eher die Vorstellung eines ideal gesinnten Freundschaftsbundes.

Zeit: etwa von 1911 bis 1914  
Merkmale:
  • wollten neue Ausdrucksmittel finden
  • Formvereinfachungen
  • Außenkonturen mit Umrandungen
  • intensive ausdrucksstarke Farben
  • Ausdrucksfarbe (Farbe ausschließlich als Stimmungsträger eingesetzt)
  • oft nicht mehr gegenständlich
  • Konzentration aufs Wesentliche
  • viele Künstler entwickelten einen starken Individualstil (z.B. Franz Marc eigener Symbolismus: Tierbilder)
Blick auf Murnau,Wassily Kandinsky, Blauer Reiter
Blick auf Murnau,
Wassily Kandinsky
Motive: u.a. Tiere, Porträt, Landschaften  
Vertreter: Franz Marc, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Gabriele Münter  

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Brücke


Diese Künstlergemeinschaft bestand zunächst aus einer kleinen Gruppe von Architekturstudenten, die sich bewusst gegen ihr gesellschaftliches Umfeld wandten. Es war ihr Ziel ihre Mitmenschen "aufzurütteln" und zu beunruhigen. Sie ließen sich unter anderem von der ozeanischen und schwarzafrikanischen Kunst inspirieren.

Zeit: etwa von 1905 bis 1909 Liegender Blauer Strohhut,Ernst Ludwig Kirchner,Brücke Liegender blauer Strohhut,
Ernst Ludwig Kirchner
Merkmale:
  • flächiger Farbauftrag (kaum Halbtöne oder Übergänge zugelassen)
  • Formvereinfachungen
  • Verzerrungen der Perspektiven
  • starke Farbkontraste
  • intensive, reine Farbtöne
  • harte Konturen (zumeist ohne Umrisslinien)
  • Zum wichtigsten Ausdrucksmittel, neben der Malerei, wurde die Druckgrafik, insbesondere der Holzschnitt. Diese sind vor allem durch ihre strickte Zweidimensionalität und ihren skizzenhaften Charakter gekennzeichnet. Der Holzschnitt hatte aber auch einen großen Einfluss auf die Malweise
 
Motive: hässliche Motive, Tabuthemen (Prostituierte), Porträt, Zigeuner Max Pechstein,Brücke
Selbstporträt,
Max Pech
stein
Vertreter: Ernst-Ludwig Kirchner, Otto Müller, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Erich Heckel  

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