Darstellendes Spiel - Diener zweier Herren
Mit Pleiten, Pech und Pannen zum Erfolg

Seit Januar 2003 studierten wir, der Kurs Darstellendes Spiel Klasse 12, das Stück "Der Diener zweier Herren" ein, was uns nicht immer leicht gefallen ist. Dies lag zum größten Teil daran, dass der Text schwer zu verstehen war. Außerdem spielt das Stück im 18. Jahrhundert. Deshalb konnten wir uns nur schwer in das Thema hineinfinden. Nachdem wir langsam aber sicher wussten, wie welche Textpassagen gemeint waren, stellte sich die Frage, wie wir die Requisiten bauen sollten. Nehmen wir Pappe, Holz oder doch lieber Stoff? Im Endeffekt entschieden wir uns dafür, Muttis gute alte Laken zu Requisiten umzufunktionieren.
So weit, so gut. Das nächste Problem bestand darin, dass wir nicht so genau wussten, wie wir ein Haus aus dem 18 Jahrhundert auf diese Laken bekommen sollten. Doch es gibt auch tatsächlich schlaue Füchse am Gymnasium und so wurde eine Folie kopiert und mit dem Polylux auf die Laken projiziert, jetzt konnte fleißig gemalt werden.
Doch dann das nächste Problem: "Was ziehen wir an?", schließlich kann man ja nicht mit Schlaghosen, Minirock oder weitausgeschnittenen T-Shirts auf die Bühne gehen.Woher aber die "alten Lumpen" bekommen? Und wieder einmal musste der Kleiderschrank von Mutti und Papi dran glauben: Alte Blusen, nichtbrauchbare Hosen- die eigentlich schon lange in der Altkleidersammlung hätten landen müssen und irgendwie sehr merkwürdig aussehende Hüte, die wahrscheinlich vom letzten Fasching übrig geblieben sind, waren unsere Kostüme. Allein diese waren schon ein Grund zum Lachen.
Als wir nun so ziemlich alles zusammen hatten, ging es daran, in voller "Montur" zu proben, was sich als ein "ernstes" Problem darstellte: Wer hätte gedacht, dass man mit Kostümen so "blöd" aussehen kann, dass man voll und ganz seinen Text vergisst, weil man aus dem Lachen gar nicht mehr rauskommt... ;-)
Mit riesigen Schritten näherte sich der Termin der Aufführung und irgendwie klappte alles nicht so, wie es klappen sollte: Ein falscher Einsatz, vergessene Texte oder Requisiten waren unter anderem die häufigsten Schwierigkeiten.
Schließlich stand der Tag dann aber doch vor der Tür und jeder hatte Lampenfieber, angefangen bei den Schauspielern über die Zweitbesetzung, bis hin zu unserer Lehrerin Frau Jahns.
Das natürlich auch Pannen passieren, wurde 45 min. vor der Aufführung wiedereinmal bewiesen: Ein vergessener Blumenstrauß, kein Wechselgeld für den Eintritt und keine Kasse zum Aufbewahren.
Damit noch nicht genug, denn während der Vorstellung wurde nicht nur der Text das ein oder andere Mal vergessen, sondern auch die richtigen Requisiten zur rechten Zeit. Da konnte man sich wahrlich nur schwer einen Lacher verkneifen, aber im Großen und Ganzen war das ja auch in Ordnung, denn das Stück "Der Diener zweier Herren" ist schließlich eine Komödie von Carlo Goldoni.
Trotz der wenigen Pannen, die zum Glück das Publikum gar nicht merkte, erhielten wir großen Applaus. Das war für uns der Lohn für viele harte Arbeitsstunden.

Claudia Bonack, Kurs Darstellendes Spiel, Klasse 12

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