Siamesische Zwillinge



Cephalothoracopagus Siamesische Zwillinge - eine Laune der Natur. Sie entstehen aus einem einzigen mit einer Samenzelle befruchteten Ei. Nach den ersten Zellteilungen teilt sich die Frucht bei normalen Zwillingen in zwei Zellkomplexe, die sich getrennt zu je einem Menschen entwickeln. Der kritische Zeitraum solcher Verdoppelung aller Erbanlagen sind die ersten 2 Wochen nach der Befruchtung. Wenn die Trennung unvollständig bleibt, wenn die Hälften auf irgendeine Weise noch aneinander hängen bleiben, dann entwickeln sich sog. Siamesische Zwillinge.


Abbildung Grad der Vereinigung Lebensfähigkeit
im Kopfbereich (Craniopagus) selten
siehe untere Abbildung im Brustbereich (Thoracopagus) selten
siehe obere Abbildung im Kopf- und Brustbereich (Cephalothoracopagus) nie
oberhalb des Nabels - mit/ohne Leberbrücke (Xiphopagus) lebensfähig
im Steißbeinbereich (Pygopagus) meist nicht



Trauer um tote Zwillinge

Thoracopagus Palermo - Die siamesischen Zwillinge Milagros und Marta haben die spektakuläre Operation zur Trennung ihrer Körper nicht überlebt. Die drei Monate alten Babys aus einem Armenviertel bei Lima in Peru waren vom Hals bis zum Bauch zusammengewachsen und hatten nur ein Herz. Bei der neunstündigen Operation in der Civico-Klinik in Palermo am Sonnabend sollte wenigstens die kleine Marta gerettet werden. Der leitende Chirurg Carlo Marcelletti sagte, als Milagros' Leiche weggebracht worden sei, hätten Ärzte und Assistenten geweint. "Das war ein Drama." Dann starb auch Marta. In Palermo gab es eine Trauerfeier für die toten Babys.